Brustkrebsdiagnostik: Diffusionsgewichtetes MRT zur intraoperativen Schnittrandbewertung bei brusterhaltender Therapie

Die derzeit üblichen Methoden zur intraoperativen Schnittrandbewertung können bislang nicht verhindern, dass in 15% bis 35% der Fälle eine Folgeoperation zur Nachresektion oder gar eine Mastektomie notwendig wird.1

Das ClearCoast™ MRT System hingegen stellt einen wesentlichen Fortschritt in der intraoperativen Schnittrandbewertung im Rahmen brusterhaltender Tumoroperationen (BET) dar. Die bewährte MRT-Technologie des ClearCoast™ MRT Systems unterstützt Chirurgen dabei eine präzise und zügige intraoperative Schnittrandbewertung vorzunehmen, den Tumor zu entfernen und gleichzeitig das gesunde umliegende Gewebe so weit wie möglich zu erhalten.

Die diffusionsgewichtete MRT-Technologie des innovativen ClearCoast™ MRT Systems ermöglicht eine präzise intraoperative Analyse des exzidierten Gewebes, sodass positive Schnittränder während des Eingriffs identifiziert werden können. Eine erforderliche Nachresektion kann somit bereits im Rahmen der Erstoperation stattfinden. Folgeoperationen zur Nachresektion können hierdurch um bis zu 80 % reduziert werden.2

Funktionsweise

Das ClearCoast™ MRT System ist ein In-vitro-Diagnostikum, das Chirurgen erlaubt, eine zügige und genaue intraoperative Schnittrandbewertung vorzunehmen. So können sie den Tumor entfernen und gleichzeitig das gesunde Gewebe so weit wie möglich erhalten.

Das System ermöglicht eine präzise Analyse des exzidierten Gewebes. Positive Schnittränder können so noch während der Operation einfach identifiziert werden. Die Übersetzung der Scanergebnisse in einen Farbcode macht eine leichte Interpretation auf einer 2D-Karte möglich. Eine eventuell erforderliche Nachresektion kann direkt stattfinden, Folgeoperationen werden vermieden.

Durch seine intuitive Bedienung lässt sich das ClearCoast™ MRT System einfach in bestehende Arbeitsabläufe integrieren. Es ist mobil im OP einsetzbar und wegen seiner geringen Größe – vergleichbar mit einem Standard-Ultraschallgerät – braucht das Gerät nur wenig Platz, so dass es auch für kleinere OP-Säle geeignet ist.

Bei der Bildgebung durch das In-vitro-Diagnostikum entsteht keine Strahlenbelastung für die Patientin und es sind auch keine systemischen Kontrastmittel erforderlich. Um das System zu nutzen, sind keine radiologischen oder histopathologischen Fachkenntnisse erforderlich. Geschultes Personal kann es ganz einfach bedienen.

Vorteile

Leichte Bedienung und einfache Interpretation

Die intuitive und leichte Bedienung zusammen mit der einfachen Interpretation der farbcodierten Ergebnisse machen detaillierte technische, histopathologische oder radiologische Fachkenntnisse des Anwenders überflüssig. Geschultes, nicht ärztliches Personal, kann das ClearCoast™ MRT System bedienen.

Das vom ClearCoast™ MRT System erstellte optische Bild des chirurgisch exidierten Gewebes (links) und die dazugehörige vom System erstellte MR-Karte, die auf Malignität am Schnittrand hinweist (rote Pixel) (rechts).

Weniger Folgeoperationen

Das ClearCoast™ MRT System bietet Chirurgen eine erhöhte Sicherheit, positive Schnittränder (R1 Situationen) bereits im Rahmen der brusterhaltenden Erstoperation zu erkennen. Dadurch kann die Anzahl notwendiger Folgeoperationen zur Nachresektion um bis zu 80 % gesenkt werden.2

Mehr Lebensqualität

Eine Reduzierung von Folgeoperationen zur Nachresektion kann zu einer signifikanten Entlastung der Patientinnen führen - sowohl in physischer als auch in psychischer Hinsicht. Allgemeine OP-Risiken sowie Angst und Sorge können entsprechend verringert werden.1
Die Einleitung erforderlicher adjuvanter Therapien kann ohne Verzögerungen stattfinden.3

Kostenersparnis

In 15 % bis 35 % der Fälle brusterhaltender Tumoroperationen wird eine spätere Nachresektion im Rahmen einer Folgeoperation erforderlich.3 Jede ersparte Folgeoperation reduziert die Kosten und freiwerdende OP-Kapazitäten können anderweitig genutzt werden.

Klare Sicht

Die Vakuumtechnik entfernt Luft aus dem ClearCoast™ Gewebecontainer. Dadurch liegt das Gewebe in direktem Kontakt zur MRT-Scanfläche. Blinde Flecken durch Luftblasen werden reduziert. Hilfsmittel zur Fixation des Gewebes sind überflüssig. 

Bessere ästhetische Ergebnisse

Das ästhetische Ergebnis kann für viele Patientinnen einen der wichtigsten Aspekte bei der brusterhaltenden Operation darstellen.4 Eine präzise intraoperative Bewertung des Schnittrandes kann dem Chirurgen ermöglichen, die Exzision mit möglichst geringem Sicherheitsabstand zum Tumor vorzunehmen. Auch jeder ersparte Folgeeingriff für sich genommen beeinflusst das Ergebnis positiv.

Technologie

Das ClearCoast™ ist ein innovatives, mobiles MRT-System und basiert auf dem diffusionsgewichteten MRT (DW-MRT), bei dem die Beweglichkeit (Diffusionsgeschwindigkeit) von Wassermolekülen auf der Gewebeoberfläche gemessen wird. Die histologischen Eigenschaften des Gewebes bestimmen die Diffusionsgeschwindigkeit. Malignes Gewebe weist eine höhere Zellularität auf, wodurch die Diffusionsgeschwindigkeit des Wassers zwischen den Zellen eingeschränkt ist. Daher bietet das diffusionsgewichtete MRT eine ideale Möglichkeit für die Unterscheidung zwischen physiologischem und pathologisch verändertem (z. B. malignen) Gewebe – und das ohne die Gabe von Kontrastmittel.5

Physiologisches Gewebe:
niedrige Zellularität = hohe Diffusionsgeschwindigkeit
Malignes Gewebe:
hohe Zellularität = niedrige Diffusionsgeschwindigkeit

Details

  • Schnelle Randbeurteilung: Prozesszeit vergleichbar mit - oder geringer als bei der - Schnellschnittanalyse.
  • Mobiles sowie kompaktes MRT, welches die Vorteile der MRT-Technologie in jeder OP-Umgebung bietet, während es gleichzeitig Platz spart und sich an bestehende Arbeitsabläufe anpasst.
  • Abgeschirmtes System ohne ionisierende Strahlung. Es werden keine zusätzlichen Vorrichtungen, Geräte oder ein spezieller Raum benötigt.
  • Kein Einsatz von Kontrastmittel erforderlich. Das damit verbundene Potenzial für allergische Reaktionen oder andere Nebenwirkungen kann vermieden werden und die Vorbereitungszeit der Patientin kann reduziert werden.
  • Erhalt der Integrität und Qualität der Gewebeprobe, so dass die nachfolgende histopathologische Beurteilung ungehindert durchgeführt werden kann.

Anwendung

1. Legen Sie das Gewebe in den ClearCoast™ Gewebecontainer, so dass der zu scannende Bereich zum Glas zeigt.

2. Schieben Sie den ClearCoast™ Gewebecontainer in die Vakuumstation, so dass das Glas zu Ihnen zeigt und der Griff nach oben gerichtet ist.
Drücken Sie die Vakuumtaste, um den Vakuumprozess zu aktivieren.

3. Sobald der Vorgang abgeschlossen ist, nehmen Sie den ClearCoast™ Gewebecontainer heraus und setzen ihn in das ClearCoast™ MRT Systen ein.

Technische Daten

ClearCoast™ MRT System

  • Funktionsweise: Magnetresonanz-Diffusionsmessung
  • Abmessungen: B 68,5* x H 168,2 x T 105,0 cm
  • Scanauflösung: 4 x 3,5 mm
  • Durchmesser Scanfläche: max. 88 mm
  • Eingangsspannung: 100 - 240 V, 50 - 60 Hz

* mit ausgeklapptem Tisch 113,5 cm

ClearCoast™ Gewebecontainer

  • Patientinnenindividuelles Verbrauchsmaterial
  • Gewebevolumen: max. 200 ml
  • Gewebedicke: max. 7 cm
  • Gewicht: 80 g 

Literatur

  1. Maloney, B. et al., Review of methods for intraoperative margin detection for breast conserving surgery, J Biomed Opt. 2018, 23(10): 1-19

  2. Thill, M. et al., Magnetic resonance imaging system for intraoperative margin assessment for DCIS and invasive breast cancer using the ClearSight™ system in breast conserving surgery – Results from a postmarketing study, J Surg Oncol. 2022, 125(3): 361-368. doi: 10.1002/jso.26721. Epub 2021 Nov 1. PMID: 34724205

  3. Walijee, J. et al., Predictors of re-excision among women undergoing breast-conserving surgery for cancer, Ann Surg Oncol. 2008; 15(5): 1297-303

  4. Catsman, C. et al., The COSMAM TRIAL a prospective cohort study of quality of life and cosmetic outcome in patients undergoing breast conserving surgery, BMC Cancer. 2018, 18(1): 456

  5. Guo, Y. et al., Differentiation of clinically benign and malignant breast lesions using diffusion-weighted imaging, J Magn Reson Imaging. 2002; 16(2): 172–178 

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