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Spezielle Infusionstherapien

Parenterale Ernährung

Zusammensetzung Nährlösung parenterale Ernährung

Die parenterale Ernährung ist eine spezielle Form der Infusionstherapie und findet Anwendung, wenn der Patient nicht mehr essen kann, will oder darf. Sie wird notwendig, wenn z. B. Mangelernährung, Krebserkrankungen oder Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts vorliegen. In diesem Fall wird der Patient „unter Umgehung des Darms“ ernährt. 

Ziel der parenteralen Ernährung ist es, die Aufnahme lebensnotwendiger Nährstoffe zu gewährleisten, die auf oralem Weg nicht mehr erfolgen kann. Die Infusionslösung enthält neben Wasser alle lebenswichtigen Nährstoffe, die der Mensch benötigt. Dazu gehören Eiweiße, Kohlenhydrate, Fette, Elektrolyte, Vitamine und Spurenelemente. Die Nährstoffe werden über einen Zugang in die Blutbahn des Patienten geleitet. 

Die Therapie kann teilweise, also als Ergänzung zur oralen Ernährung, oder als ausschließliche, also totale parenterale Ernährung (abgekürzt mit TPN aus dem Englischen „Total Parenteral Nutrition“) erfolgen.

Wie lange eine parenterale Ernährungstherapie dauert, hängt vom jeweiligen Krankheitsbild ab. Bei starkem Gewichtsverlust kann sie vorübergehend erfolgen. Bei einem Darmverschluss oder Tumor ist sie meist langfristig angelegt. 

Ob eine Infusionslösung mehrmals wöchentlich oder sogar täglich jeweils über 12 bis 24 Stunden verabreicht wird, ist individuell unterschiedlich und wird vom verantwortlichen Arzt festgelegt. Um die richtige Infusionsdauer zu bestimmen, schaut sich der Arzt unter anderem das Gewicht des Patienten, die zuzuführende Energiemenge und auch das Volumen des Infusionsbeutels an. In einigen Fällen wird die Infusion über Nacht verabreicht, sodass dem Patienten tagsüber ein infusionsfreies Zeitfenster zur Verfügung steht.

Das Volumen der zu verabreichenden Infusion hängt von der Art der Therapie, dem Alter, der Größe und dem daraus zu berechnenden Energiebedarf des Patienten ab. Der behandelnde Arzt erstellt einen individuellen Ernährungsplan, der alle notwendigen Nährstoffe abdeckt. Je nach Ernährungsplan kann das Volumen der jeweiligen Infusion mehrere Liter umfassen.

Gründe, die gegen eine parenterale Ernährung sprechen:

  • Eine bedarfsdeckende Ernährung über den Mund ist möglich
  • Akute Stoffwechselkomplikationen
  • Der Körper des Patienten ist stark übersäuert
  • Ethische Aspekte

Schmerztherapie

Mögliche Bausteine einer multimodalen Schmerztherapie

Die Schmerztherapie findet Anwendung, wenn der Patient unter starken Schmerzen leidet, die medikamentös behandelt werden.

Krebserkrankungen, akute Schmerzen durch z. B. Verletzungen, Entzündungen oder Operationen, chronische Schmerzen oder eine palliativmedizinische* Versorgung können eine Schmerztherapie notwendig machen. 

Ziel der Schmerztherapie ist es, die Schmerzen des Patienten zu lindern oder vollständig zu beseitigen. Da das Schmerzgeschehen sehr komplex ist, werden oft verschiedene Bausteine zur Schmerzbehandlung eingesetzt. Dies nennt sich „multimodale Schmerztherapie“. Einer dieser Bausteine kann die Infusion von schmerzlindernden Medikamenten sein. 

Die Dauer einer Schmerztherapie ist abhängig vom individuellen Krankheitsbild und wird vom verantwortlichen Arzt festgelegt. Häufig wird eine Infusionseinheit über 3-5 Tage verabreicht bis das Volumen aufgebraucht ist und ein neuer Infusionsbeutel verwendet werden muss. Die genaue Infusionsdauer ist unter anderem vom Grad der Schmerzen des Patienten, vom Volumen der Infusion sowie dem verabreichten Medikament abhängig. 

Das Volumen der zu verabreichenden Infusion hängt von der Art der Therapie und dem verabreichten Medikament ab. Der behandelnde Arzt erstellt für Sie einen individuellen Infusionsplan. Je nach Infusionsplan kann das Volumen der jeweiligen Infusion etwa zwischen 100 bis 500 ml umfassen.

Gründe, die gegen eine Schmerztherapie sprechen:

  • Die Einnahme von Blutverdünnungsmitteln
  • Unverträglichkeiten gegen die gewählten Medikamente
  • Schwangerschaft

Chemotherapie

Zytostatika greifen in das Wachstum der Krebszellen ein

Die Chemotherapie findet – neben Operationen und Bestrahlungen – Anwendung in der Behandlung bösartiger Tumore. Als Chemotherapie wird auch eine medikamentöse Behandlung von Infektionen mit sogenannten Zytostatika bezeichnet. Umgangssprachlich ist mit dem Begriff Chemotherapie aber meistens die Behandlung von Krebs gemeint. In der Regel erfolgt die Zytostatika-Gabe als Infusion; einige Therapien sind auch oral möglich.

Ziele der Chemotherapie sind den Tumor zu verkleinern, ganz zu zerstören oder Krebszellen, die im Körper eventuell an andere Stellen gewandert sind, abzutöten. Die dafür eingesetzten Zytostatika sind pharmazeutische Wirkstoffe, die die Zellteilung und das schnelle Zellwachstum der Krebszellen hemmen und sie schädigen.

Eine Chemotherapie wird in Intervallen (sogenannten Zyklen) durchgeführt, wobei sich Behandlungsphasen mit Behandlungspausen abwechseln. In einem Zyklus werden die Zytostatika an einem oder mehreren Tagen nacheinander verabreicht. Danach folgt eine Behandlungspause von mehreren Tagen, Wochen oder Monaten.

Die Behandlungszyklen werden in den meisten Fällen alle 3 bis 4 Wochen wiederholt. Der Rhythmus unterscheidet sich je nach Art der Krebserkrankung, die behandelt wird und den Medikamenten, die verabreicht werden. Die Länge einer vollen Behandlung dauert oft ca. 6 Monate.

Gründe, die gegen eine Chemotherapie sprechen:

  • Schwere Leber- und Nierenfunktionsstörungen
  • Angeborene oder erworbene Störung des Immunsystems (Immundefizienz)
  • Erkrankungen des blutbildenden Systems
  • Schwere Infektionen
  • Geschwüre im Magen-Darm-Trakt

Antibiose

Wirkung von Antibiotika auf Bakterien

Wenn ein Patient aufgrund einer Infektionskrankheit mit keimtötenden Arzneimittel, sogenannten Antibiotika, behandelt werden muss, geschieht dies durch eine Antibiose. So nennt man diese spezielle Form der Infusionstherapie, die zum Beispiel bei einer Lungenentzündung oder bei schweren Harnwegsinfektionen Anwendung findet.

Ziel der Antibiose ist die Zerstörung oder Hemmung von Mikroorganismen wie z. B. Bakterien oder Pilzen. Man unterscheidet dabei zwischen bakteriziden Antibiotika, die die Erreger abtöten und bakteriostatischen Antibiotika, die die Vermehrung der Erreger hemmen.

Zwischen 5 und 10 Tagen dauert in der Regel eine Antibiotikatherapie. In besonderen Fällen kann sie auch mehrere Wochen bis Monate gehen. Die tatsächliche Behandlungsdauer bestimmt der behandelnde Arzt angepasst an den Erreger, den Verlauf der Erkrankung und die Immunabwehr des Patienten.

Das Volumen der zu verabreichenden Infusion hängt von der Art des Antibiotikums, der Erkrankung und individuellen Faktoren des Patienten ab. Auf Basis der jeweiligen Patientensituation erstellt der behandelnde Arzt einen individuellen Therapieplan.

Gründe, die gegen eine Antibiose sprechen, sind vom verwendeten Wirkstoff abhängig, z. B.:

  • Unverträglichkeiten oder Überempfindlichkeiten
  • Verbot eines bestimmten Antibiotikums bei Kindern und Jugendlichen, Schwangeren und während der Stillzeit

Hinweis für Patienten:

Diese Informationen dienen nicht der Selbstdiagnose und ersetzen in keinem Fall eine ärztliche Diagnose. 

Welcher Zugangsweg und welche Hilfsmittel zum Einsatz kommen, hängt von Ihrem individuellen Krankheitsbild und allgemeinen Gesundheitszustand ab. 

Sprechen Sie vor der Wahl eines Zugangs und der eingesetzten Hilfsmittel mit Ihrem behandelnden Arzt darüber, welche Kombination für Sie am sinnvollsten ist. Lassen Sie sich außerdem über Vor- und Nachteile sowie mögliche Komplikationen der Infusionstherapie aufklären.