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Infusionssysteme

Schematische Darstellung der Zugangswege

Die Infusionslösung wird über einen Katheter in die Blutbahn des Patienten geleitet. Welcher Zugangsweg gewählt wird, ist abhängig von der voraussichtlichen Behandlungsdauer. Erfolgt die Infusionstherapie nur vorübergehend (bis zu 7 Tage), wird in der Regel ein peripherer Zugang gelegt. Peripher bedeutet, dass das Gefäß weit entfernt vom Herzen liegt.

Hierfür eignen sich z. B. Handrücken, Unterarm, Ellenbeuge oder Fußrücken, in die eine spezielle Kanüle eingeführt bzw. bei denen eine Vene mittels einer so genannten Verweilkanüle punktiert wird. 

Handelt es sich um eine dauerhafte Infusionstherapie (über 7 Tage), wird in der Regel ein zentralvenöser Zugang gelegt. Zentralvenös bedeutet, dass das Gefäß sehr nah am Herzen liegt. Hierfür kommen beispielsweise zentrale Venenkatheter sowie vollständig implantierbare Katheter bzw. Ports infrage.

Ein zentralvenöser Port ist ein unter der Haut liegendes, vollständig implantiertes Zugangssystem, das mit einer zentralen Vene verbunden ist. Über eine Membran, die bis zu mehrere tausend Mal durchstochen werden kann, können größere Infusionsmengen wiederholt und über einen längeren Zeitraum verabreicht werden.

Die Ärztin oder der Arzt wählt den für die Behandlung passenden Zugangsweg.

Schwerkraftsystem

Schwerkraftsystem EZ Regular

Die Schwerkraftinfusion ist die häufigste und bekannteste Form der Infusion. Dabei wird die Flüssigkeit über einen erhöht angebrachten Infusionsbehälter verabreicht. Dieser ist mit einem Schlauchsystem an den Zugang des Patienten, z. B. eine Kanüle am Handrücken, angeschlossen. Schwerkraftsysteme werden sowohl in Krankenhäusern als auch in der häuslichen Umgebung für Infusionen unterschiedlicher Art eingesetzt. Sie schränken den Patienten in seiner Bewegungsfreiheit ein. Die Geschwindigkeit, mit der die Infusionslösung verabreicht wird, wird mit Hilfe einer Rollklemme vorgegeben. Sie ist im Schlauch integriert. Je mehr die Klemme den Durchfluss begrenzt, desto größer ist der zeitliche Abstand zwischen den einzelnen Tropfen.

Die Flussraten gängiger Schwerkraftsysteme können zwischen 5 ml/h und 300 ml/h liegen und somit für Infusionen unterschiedlicher Dauer verwendet werden. Manche Schwerkraftsysteme haben ein Regelelement, über das die Durchflussgeschwindigkeit (auch Flussrate genannt) gesteuert wird.

Die Genauigkeit der Flüssigkeitsabgabe hängt von dem ausgewählten Schwerkraftsystem und z. B. auch davon ab, wie hoch der Infusionsbehälter angebracht ist. Die Flüssigkeit bzw. Infusionslösung kann mit einer Genauigkeit von +/-10% bis +/-15% im Vergleich zur voreingestellten Geschwindigkeit verabreicht werden.

Schwerkraftsysteme haben keinerlei optische oder akustische Alarme, die auf Fehlfunktionen hinweisen könnten.

Einmalinfusionspumpe

Typischer Aufbau einer Einmalinfusionspumpe

Bei einer Einmalinfusionspumpe wird die Infusionslösung in einen elastischen Silikon-Ballon eingefüllt, der dann Druck auf die Flüssigkeit ausübt. Ein Durchflussbegrenzer, d. h. eine feine Kapillare aus Glas oder Kunststoff, bestimmt mit welcher definierten Geschwindigkeit die Infusionslösung in den Körper geleitet wird. 

Die häufigsten Anwendungsbereiche von Einmalinfusionspumpen sind die ambulante Infusion von Medikamenten zur Chemotherapie (zumeist 5-Fluorouracil) oder Antibiotika. Einmalinfusionspumpen, die im Rahmen der patientenkontrollierten Schmerztherapie (Patient Controlled Analgesia, abgekürzt PCA) eingesetzt werden, besitzen oftmals zusätzlich eine Steuereinheit. Dadurch kann der Patient in einem begrenzten Umfang die Medikamentendosis selbst beeinflussen, indem er bei Bedarf zusätzliche Mengen an Schmerzmedikamenten abruft. Einmalpumpen werden ebenfalls im Rahmen der Regionalanästhesie eingesetzt. Sie erlauben dem Patienten eine hohe Bewegungsfreiheit. 

Die Flussraten können zwischen 0,5 ml/h und 250 ml/h liegen und die Einmalinfusionspumpen somit für Infusionen von wenigen Minuten bis hin zu mehreren Tagen verwendet werden. 

Da die Flussrate durch äußere Faktoren wie z.B. die Umgebungstemperatur gestört werden kann, liegt die Genauigkeit von Einmalinfusionspumpen bei etwa +/- 10 % bis +/- 15 % und ist somit nicht unbedingt für alle Anwendungsbereiche ausreichend. 

Einmalinfusionspumpen haben keine optischen oder akustischen Alarme, die auf Fehlfunktionen hinweisen könnten.

Spritzenpumpe

Förderprinzip einer Spritzenpumpe

Unter einer Spritzenpumpe versteht man ein Gerät zur kontinuierlichen Verabreichung von Medikamenten, das mit Spritzen verwendet wird. Dabei wird die Infusionslösung in eine für das Gerät geeignete Spritze gefüllt, die nach Herstelleranweisung in das Gerät eingespannt wird. 

Die dazugehörige Infusionsleitung wird am Zugang des Patienten angeschlossen. Nachdem die Infusionsparameter, z. B. 10 ml/h über 5 Stunden, eingegeben wurden, kann die Spritzenpumpe gestartet werden. Das Gerät drückt nun auf den Spritzenkolben und infundiert somit die Infusionslösung innerhalb der eingegebenen Zeit in den Körper des Patienten. 

Spritzenpumpen werden im Rettungsdienst und bevorzugt auf Intensivstationen für Infusionen unterschiedlicher Art eingesetzt. Sie schränken den Patienten in seiner Bewegungsfreiheit ein. 

Die am häufigsten verwendete Spritzengröße ist 50 ml. Bestimmte Spritzenpumpen können auch mit Spritzengrößen von 1 ml bis 50 ml Volumen bestückt werden. Die Flussrate bzw. Geschwindigkeit, mit der die Infusionslösung verabreicht wird, kann an der Spritzenpumpe in der Regel zwischen 0,1 ml/h bis 99,9 ml/h eingestellt werden. 

Die Genauigkeit der Flussrate liegt bei ± 2 % und ist unter anderem von der Geometrie der verwendeten Spritze abhängig. Auch eine einmalige schnelle Infusion des Medikamentes, eine sogenannte Bolusgabe, ist bei den meisten Spritzenpumpenmodellen möglich. 

Spritzenpumpen arbeiten mit elektrischem Strom und sind daher aktive Medizinprodukte. Sie unterliegen der entsprechenden Gesetzgebung und müssen regelmäßig sicherheitstechnischen Kontrollen unterzogen werden. Außerdem ist eine Einweisung nötig, um das Gerät bedienen zu dürfen.

Spritzenpumpen haben meist einen integrierten Akku für den Patiententransport oder die Situation eines Stromausfalls. 

Optische und akustische Alarme können je nach Gerät auf Fehlfunktionen wie z. B. einen Verschluss der Infusionsleitung (erkennbar durch Druckanstieg) oder die Entleerung der Spritze bzw. des Akkus hinweisen. Bei einer möglichen Infusion von Luft wird kein Alarm ausgelöst.

Mobile elektronische Infusionspumpe

Förderprinzip einer Kolbenperistaltik

Eine mobile elektronische Infusionspumpe verabreicht die Infusionslösung mit hoher Genauigkeit über einen fest eingestellten Zeitraum mit definierten und im Gerät voreingestellten Parametern. 

Elektronische Infusionspumen sind volumentrische Geräte, die Infusionslösung zum Beispiel nach dem Prinzip der Kolbenperistaltik fördern. In der Pumpe fahren das Einlassventil und der Kolben nach unten, sodass die Infusionslösung in diesen Teil des Infusionsschlauchs fließen kann. Danach fährt das Ventil wieder nach oben und klemmt den Schlauch ab, sodass keine Flüssigkeit zurück in das Reservoir fließen kann. Anschließend öffnet sich das Auslassventil und der Kolben fährt nach oben, sodass die Flüssigkeit durch Abklemmen des Schlauchs in Richtung des Patienten fortbewegt wird. Danach schließt sich das Ventil wieder und der Vorgang wiederholt sich. Somit kann ein Fluss erzeugt werden.

Mobile elektronische Infusionspumpen werden sowohl in Krankenhäusern als auch in der häuslichen Umgebung für Infusionen unterschiedlicher Art eingesetzt. Sie erlauben dem Patienten eine hohe Bewegungsfreiheit. 

Mobile elektronische Infusionspumpen können die Infusionslösung in der Regel mit einer Genauigkeit von ± 5 % und einer Flussrate zwischen 0,1 ml/h bis 1.200 ml/h in den Körper leiten. 

Die Geräte arbeiten mit elektrischem Strom und sind daher aktive Medizinprodukte. Sie unterliegen der entsprechenden Gesetzgebung und müssen regelmäßig sicherheitstechnischen Kontrollen unterzogen werden. Außerdem ist eine Einweisung nötig, um das Gerät bedienen zu dürfen. 

Mobile elektronische Infusionspumpen haben einen integrierten Akku, so dass das Gerät – abhängig von der Flussrate und dem Infusionsvolumen – über mehrere Stunden bis Tage ohne Anschluss an das Stromnetz betrieben werden kann. 

Optische und akustische Alarme weisen auf Fehlfunktionen wie beispielsweise einen Verschluss der Infusionsleitung (erkennbar durch Druckanstieg), die Entleerung des Infusionsbeutel oder des Akkus sowie die drohende Gefahr einer Luftinfusion hin.

Hinweis für Patienten:

Diese Informationen dienen nicht der Selbstdiagnose und ersetzen in keinem Fall eine ärztliche Diagnose. 

Welcher Zugangsweg und welche Hilfsmittel zum Einsatz kommen, hängt von Ihrem individuellen Krankheitsbild und allgemeinen Gesundheitszustand ab. 

Sprechen Sie vor der Wahl eines Zugangs und der eingesetzten Hilfsmittel mit Ihrem behandelnden Arzt darüber, welche Kombination für Sie am sinnvollsten ist. Lassen Sie sich außerdem über Vor- und Nachteile sowie mögliche Komplikationen der Infusionstherapie aufklären.