Informationen zu Portsystemen für Patienten

Am Leben teilhaben – schonend therapieren

Jedes Jahr erhalten tausende Patienten ein implantierbares Portsystem – kurz Port – um im Rahmen ihrer Therapie auch über einen längeren Zeitraum schonend und sicher mit Medikamenten und Flüssigkeiten über venöse Blutgefäße versorgt zu werden. Das hat für Sie als Patient mehrere Vorteile: Die Verabreichungsform schont Ihre Blutgefäße und es ist nicht notwendig, diese für jede Medikamenten- oder Flüssigkeitsgabe mit einer neuen Nadel anzustechen. Sie können in Ihr gewohntes Umfeld zurückkehren und ein Leben mit weniger Einschränkungen führen.

Auf dieser Seite stellen wir Ihnen das Portsystem kurz vor. Bitte sprechen Sie für weitere Informationen und Details mit Ihrem behandelnden Arzt oder Pflegepersonal.

Das Prinzip eines Portsystems

Querschnitt Portkathetersystem (TitaJet™ light)

Der Port ist ein dauerhaftes Kathetersystem und besteht aus einer Portkammer – ein kleines Gehäuse aus Kunststoff oder Metall, welches mit einer stabilen Silikonmembran verschlossen ist – sowie einem dünnen Schlauch: dem Portkatheter. Über diesen Katheter, der im Zuge der Implantation im Gefäßsystem platziert wird, gelangen die zu verabreichenden Medikamente und Flüssigkeiten direkt in Ihren Blutkreislauf.

Der Port wird vollständig unter der Haut eingesetzt, das Gehäuse lässt sich von außen gut ertasten und die Silikonmembran kann mit der sogenannten Hubernadel, deren spezielle Spitze die Silikonmembran nicht beschädigt, bei Bedarf angestochen werden.

Dank des Einsatzes spezieller Materialien kann das System übrigens über einen langen Therapiezeitraum problemlos im Körper verbleiben.

Die Implantation des Portsystems

Die Implantation des Portsystems erfolgt während einer kurzen Operation, die in der Regel ambulant unter lokaler Betäubung oder in Ausnahmefällen unter Vollnarkose durchgeführt wird. Normalerweise können Sie das Krankenhaus noch am gleichen Tag wieder verlassen. Falls erforderlich, ist der Port direkt einsatzbereit. Andernfalls empfiehlt es sich, mit der Medikamentengabe bis zum Rückgang der Schwellung zu warten. Sobald die Wunde verheilt und die Schwellung abgeklungen ist, können Sie Ihre alltäglichen Aktivitäten uneingeschränkt wieder aufnehmen. Ihr Arzt wird Ihnen entsprechende Informationen weitergeben.

Während der Implantation setzt Ihr Arzt den Katheter in ein ausgewähltes Blutgefäß ein und schiebt ihn bis zum Herz vor. Der Katheter wird dann an die Portkammer, die nahe dem Schlüsselbein eingesetzt ist, angeschlossen. Abschließend wird die Haut verschlossen und ein Verband angelegt, der die Wunde in den ersten Tagen nach der OP schützt.

Die Einsatzmöglichkeiten des Portsystems

Der Port kann vielfältig genutzt werden.

Für die Bolusinjektion
Das Medikament wird zügig und auf einmal über eine Spritze verabreicht, die Nadel wird direkt wieder aus dem Port entfernt.

Für die kontinuierliche Infusion
Die Hubernadel kann bis zu sieben Tage im Port verbleiben und so auch über einen längeren Zeitraum der Zuführung von Medikamenten und Flüssigkeit dienen.

Für die Blutentnahme
Dadurch lassen sich schonend Blutproben für weitere Untersuchungen entnehmen.

Aufgrund ihrer Beschaffenheit bleibt die Silikonmembran des Ports intakt und verschließt sich nach jedem Einstich wieder dicht. Um größtmögliche Hygiene zu gewährleisten und Komplikationen zu vermeiden, muss der Port nach jeder Maßnahme mit einer Kochsalzlösung gespült werden.

Der Umgang mit dem Portsystem

Der Portkatheter erlaubt es Ihnen, so schnell wie möglich Ihren gewohnten Alltag wieder aufzunehmen, Sport zu treiben und zu Duschen. Bitte halten Sie dazu jedoch Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt. Ihren Arzt sollten Sie ebenfalls sofort zu Rate ziehen, wenn Sie Hautveränderungen über dem Port bemerken oder Fieber, Schmerzen, Schwindel beziehungsweise Atemnot auftreten.

Mit der Hubernadel kann der Port, wann immer dies erforderlich ist, angestochen werden. Natürlich möchten Sie sich möglichst lange auf das System verlassen können, deshalb muss es regelmäßig gespült werden – nicht nur nach jeder Medikamenten- und Flüssigkeitsgabe, sondern auch alle vier Wochen in der behandlungsfreien Zeit.


Vorkehrungen treffen – erfolgreich therapieren

Ausschlaggebend für eine zielführende Therapie ist die sorgfältige Einhaltung von Hygienemaßnahmen durch Ihren Arzt oder das Pflegepersonal. Auch Sie sollten sich dieser Anforderungen stets bewusst sein: Um Entzündungen am Port zu vermeiden, ist die Punktion immer unter sterilen Bedingungen durchzuführen.

Das heißt konkret:

  • die Hände waschen und diese desinfizieren Arzt oder Pflegepersonal müssen sich vor Gebrauch der Hubernadel
  • Es müssen Handschuhe getragen werden
  • Die Haut über dem Port muss mindestens eine Minute mit Desinfektionsmittel gesäubert werden

Sind die Anforderungen an Sauberkeit, Sorgfalt und Kompetenz erfüllt, bietet Ihnen ein Portsystem bestmögliche Flexibilität und Beschwerdefreiheit bei der Versorgung durch Medikamente und Flüssigkeiten. Für den Erhalt und die Wiederherstellung Ihrer Lebensqualität.